Jürgen Artmann

Als ich mit 34 das Laufen wieder für mich entdeckt habe, war ein gewisser Leidensdruck gegeben. Der Teenager, der einst ein guter Läufer gewesen war, war nach 15 sportfreien Jahren zu sehr in die Breite gewachsen.

Die Motivation wieder zu Laufen lag vordergründig in der Gewichtsreduktion, die mit 15 Kg dann auch ordentlich ausviel.

Das regelmäßige Laufen begann im Januar 2004. Meine Frau und ich hatten gerade gleichzeitig eine neun Monate dauernde Elternzeit begonnen und haben diese mit unserem Sohn in Südfrankreich verbracht. Der Strandabschnitt zwischen Frejus und St. Raphael wurde meine Heimstrecke.

Die Einsamkeit beim Lauftraining der ersten Monate fördert neben dem rein körperlichen auch die Möglickeit der Reflektion. Dieses Kombination - Einsamkeit, Sauerstoff, klare Gedanken - sind für mich heute noch die größte Triebfeder, immer wieder - bis zu viermal die Woche - die Laufschuhe anzuziehen.

Darüber hinaus erhält man sich durch das Laufen eine gewisse „Grunddisziplin“ und vermeidet, wieder in alte Gewohnheiten zurück zu fallen.

Der Marathon selbst und die damit verbundene „Competition“ mit Lauffreunden, Arbeitskollegen und Geschäftspartnern ist mehr als ein „Abfallprodukt“ des Trainings, aber eben doch nur zweitrangig. Ausnahmsweise gilt tatsächlich mal „Der Weg ist das Ziel“.

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